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EU: Fortschrittbericht der Digitalen Agenda vorgelegt

Anbindung der Bürger ans Internet ausbaufähig

Die Europäische Kommission einen Fortschrittsbericht Digitalen Agenda vorgelegt. Die Digitale Agenda wurde im Mai 2012 ins Leben gerufen. Ziel ist es unter anderem, dass die Anbindung an das Internet in Europa bis 2020 flächendeckend für alle Bürger möglich ist.

Der Fortschrittsbericht zeigt nun, dass mehr als die Hälfte der EU-Bürger bereits einen Zugang zu Breitbandanschlüssen mit über 30 Mbit/s haben. Dennoch zeigt der Bericht auch noch viele Schwachstellen auf, so dass noch nicht jeder von der digitalen Revolution profitieren kann. Die Kommission macht dafür auch "Probleme in Europas Telekommunikationssektor und auf den digitalen Märkten" verantwortlich.

Die Kommission sieht den Handlungsbedarf.  Neelie Kroes erklärte hierzu: „Ich freue mich darüber, dass nun praktisch überall in der EU grundlegende Internetdienste zur Verfügung stehen – aber wir dürfen uns nicht mit den Fragen von gestern aufhalten. Wie die Daten zeigen, besteht unser größtes Problem in diesem Jahr darin, dass es an Investitionen in sehr schnelle Netze mangelt und noch immer kein echter Telekommunikationsbinnenmarkt besteht. Das Problem ist klar, und wir werden es entschlossen mit einem Telekom-Binnenmarktpaket angehen.“

So ist einer der Problembereiche, der Anschluss an ultraschnelle Breitbandanschlüsse (ab 100 Mbit/s). Hier haben lediglich 2 % der Privathaushalte bisher eine solche Anbindung. Ziel der Digitalen Agenda hingegen sind 50 Prozent.

Der zweite große Problembereich sind die geringen bis nicht vorhandenen Computerkenntnisse der EU-Bürger. Rund 50 % aller EU-Bürger weisen hier Schwächen auf, was sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar macht. 40 % der Unternehmen, die IT-Fachkräfte einstellen oder suchen, haben Schwierigkeiten, geeignete Bewerber zu finden. Dabei wird die Zahl der freien Stellen für IKT-Fachkräfte bis 2015 voraussichtlich auf 900 000 anwachsen. Die kürzlich ins Leben gerufene „Große Koalition für digitale Arbeitsplätze“ wird sich gezielt um die Schließung dieser Lücke bemühen.

Eine positive Bilanz ist bei der Internetnutzung festzustellen. Der Anteil der EU-Bürger, die noch nie das Internet genutzt haben, geht weiter stark zurück (Abnahme um 2 Prozentpunkte auf 22 %). Aber immer noch haben rund 100 Mio. EU-Bürger noch nie das Internet genutzt. Als Haupthindernisse nennen sie zu hohe Kosten, mangelndes Interesse oder mangelnde Kenntnisse.

Die bereits vertrauten Internetnutzer hingegen, nutzen das Internet regelmäßig. Dies spiegelt sich auch im elektronischen Geschäftsverkehr und in der Nutzung des elektronischen Behördendienstes wieder. 45 % der Europäer kaufen im Internet Waren und Dienstleistungen ein (eine leichte Steigerung gegenüber 43 % im Vorjahr), aber nur sehr wenige davon auch in einem anderen Land. Weiter nutzen 87 % der Unternehmen elektronische Behördendienste, und auch der Anteil der Bürger, die eGovernment-Dienste nutzen, ist im letzten Jahr auf 44 % angestiegen (jeweils eine Zunahme um 3 Prozentpunkte).

Letztlich zeigt der Bericht, dass Internetzugänge zunehmend mobil werden. 36 % der EU-Bürger gehen mit Laptops oder anderen mobilen Geräten ins Internet (Zunahme des Internetzugangs über Mobiltelefone von 7 % im Jahr 2008 auf 27 % im Jahr 2012). Beim Mobilfunk der 4. Generation (LTE) hat sich die Abdeckung in einem Jahr um das Dreifache auf 26 % verbessert.

Quelle: Europäische Kommission

Publiziert am 29.06.2013